Cortisol - das Stresshormon gegen guten Schlaf - mindcombo.de
Photo by Mubariz Mehdizadeh on Unsplash

Stresshormone sind wichtig, aber du musst kein Mammut mehr erlegen – Cortisol

Ich merke es mittlerweile ziemlich schnell, ob ich positivem oder negativem Stress ausgesetzt bin. In Maßen begrüße ich positiven Stress recht herzlich, da er mich weiter voran bringt und durch meine persönlichen Ziele selbst ausgelöst wird.

Hingegen ist negativer Stress wirklich das Allerletzte, was ich in meinem Leben brauche. Oftmals durch externe Faktoren verursacht, führt der negative Stress (Disstress) zu einem inneren Anspannungszustand, welcher sich negativ auf meine physische und mentale Gesundheit auswirken kann. Daher versuche ich so gut es geht, diese externen Faktoren zu meiden, Bewältigungsstrategien gegen Stress aufzubauen und in meinem Leben bestmöglich meine Ziele zu verfolgen, welche mir die größtmögliche Erfüllung und Zufriedenheit geben.

Doch leider klappte das nicht immer so in meinem Leben und ich habe, ohne es zu merken, mir und meiner Gesundheit eine Zeit lang sehr geschadet, da ich einfach nicht merkte, wie sehr der Stress meinem Körper zusetzt. Denn negativer Stress oftmals einher mit der Bildung von Cortisol – dem Stresshormon.

Unsere Lebensweise hat sich verändert

Würden wir in der Vergangenheit leben, wäre alles ein wenig anders. Zwar würden wir auch in dieser Zeit intensiven Stressphasen ausgesetzt sein, doch wären diese meistens unregelmäßig und zeitlich begrenzt. Ein Beispiel ist die Jagd, bei der wir uns körperlich auf die Gefahr einstellen und eventuell kämpfend die Beute erlegen müssen.

Doch wenn die Jagd beendet ist, hört auch der Anspannungszustand auf. Wir werden wieder ruhig und die Stresshormone werden nicht mehr produziert. Unser Cortisolspiegel im Körper kann sich wieder auf ein normales Maß verringern.

Anders ist es in der heutigen Zeit. Morgens klingelt der Wecker, wir versuchen die Kinder rechtzeitig in die Kita zu bringen, nicht zu spät beim ersten Meeting zu sein, den Stau bei der Heimfahrt bestmöglich zu ignorieren und am Abend auch noch die liegengebliebenen Aufgaben abzuarbeiten. Und woran mangelt es über den ganzen Tag? Bewegung – wir sind Bewegungsmuffel geworden und legen sogar die kürzesten Strecken motorisiert zurück.

All das ist nicht gesund und führt zu permanentem Stress – Cortisol wird über einen langen Zeitraum ausgeschüttet und der Cortisolspiegel bleibt dauerhaft hoch. Wird sind im Dauerstress.

Leider wirkt sich das dann auch meist noch negativ auf unserem Schlaf aus. Wir gehen später ins Bett, schlafen meist zu wenig oder nicht gut. Dadurch kann das Schlafhormon Melatonin nicht seine äußerst nützliche Arbeit verrichten – den Cortisolspiegel verringern.

Der Teufelskreis hat begonnen und es geht steil bergab.

Cortisol ist trotzdem lebenswichtig

Wie gesagt, Dauerstress ist kontraproduktiv und wirkt sich definitiv negativ auf unsere körperliche Konstitution aus.

Dennoch ist das Cortisol per se nicht nur negativ zu betrachten. Dieses Stresshormon wird in der Nebennierenrinde produziert und die höchste Konzentration in unserem Körper ist normalerweise am Morgen (zwischen 6-8 Uhr) vorhanden.

Bei einem Normalschläfer wird gegen 3 Uhr Morgens die Cortisolproduktion im Körper angeworfen. Dadurch macht sich unser Körper langsam wieder selbst wach, so dass wir mit Energie in den Tag starten können.

Folgen von Dauerstress

Leiden wir aber unter Dauerstress und schütten über den Tag immer mehr Cortisol aus, führt das zu einem dauerhaften Anspannungszustand. Unser Körper läuft praktisch immer auf Hochtouren.

Die Folgen einer solchen Lebensweise sind leider äußerst gefährlich.

Der Blutzuckerspiegel steigt an und wir können an Frühdiabetes erkranken. Unser Schlaf wird schlechter und unser Körper kann sich nicht mehr so regenerieren, wie er es normalerweise bräuchte. Dadurch werden wir immer gereizter, können uns weniger konzentrieren, Angstzustände und Wut nehmen zu. Auch fällt es uns immer schwieriger, unseren Körper wirklich zu Ruhe kommen zu lassen.

Es ist wie mit einer Maschine. Wir diese über einen langen Zeitraum am Limit gefahren und erhält keine Pflege, geht sie kaputt und fällt auseinander.

Stress reduzieren

Aufgrund dieser Erkenntnisse habe ich in den letzten Jahren immer weiter versucht, meine Lebensweise zu ändern, mein Mindset (geistige Haltung, Denkweisen) anzupassen, Ausgleich zu finden und mich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren.

Als Faustregel kann man sich eines merken. Wenn sie den Stress reduzieren, dann reduzieren sie auch den Cortisolspiegel in ihrem Körper. Eine Reduktion können sie u.a. erreichen, wenn sie die Dinge ruhiger angehen, Entspannungsmomente in den Alltag einbauen, Spazieren gehen, frische Luft und Sonne tanken, Meditation ausüben und generell weniger nach Problemen und mehr nach schönen Dingen Ausschau halten.

Stress ist immer auch subjektiv. Daher können wir den gefühlten Stress auch reduzieren, indem wir unsere Einstellungen gegenüber dem Leben und den Dingen in unserem Leben überdenken. Stress ist oft das, was wir aus ihm machen!